
Das Felssturzgebiet der "Höll" liegt in etwa 1300m Seehöhe über Spital/Pyhrn zwischen den steil abfallenden Wänden des Stubwieswipfels und des Schwarzecks. Im Herbst 1957 wurden bei Grenzauffrischungsarbeiten Ritzungen an einigen Felssturzblöcken gefunden. 1958 fand die erste wissenschaftliche Begehung statt.

In der Talsenke befinden sich 13 Bildfelsen, weitere an den umgebenden Hängen. Einer der markantesten Ritzzeichenfelsen der Höll ist der "Durchkriechstein". Ein an eine senkrechte Wand angelehnter Sturzblock ergibt einen schmalen Durchgang, an dessen Beginn und Ende Figuren und Zeichen in den Fels geritzt wurden.
Auch heute noch gilt die "Höll" als eines der bedeutendsten Felsbildvorkommen in Österreich.
Die Felsbilder der Kienbachklamm wurden im Jahre 1938 zufällig bei Grabungen durch Mitglieder des Salzburger Vereines für Höhlenkunde entdeckt, gerieten jedoch mangels Beachtung in Vergessenheit. 1961 wurden sie durch Ernst Burgstaller "wiederentdeckt", doch noch immer kam es zu keiner Unterschutzstellung. Im Gegenteil: zahlreiche Felsbilder wurden durch Wildbachverbauung, Sprengungen beim Forststrassenbau und Holzschlägerungen zerstört. Genauso bedauerlich sind die zahlreichen Kritzeleien heutiger Besucher, durch die mutwillig alte Ritzungen beschädigt wurden.
1992 wurden sämtliche Felsbilder der Kienbachklamm (42 Fundstellen) von Werner Pichler im Rahmen eines Forschungsprojektes dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Besonders auffällig im Vergleich zu anderen Fundregionen ist das häufige Vorkommen von Radkreuzen und Leiterdarstellungen, oft miteinander kombiniert. Die allgemeine Feststellung, dass in der Kienbachklamm Darstellungen überwiegen, die dem magisch-kultischen Sinnbezirk zugeordnet werden können, hat die alte Vermutung bestätigt, dass die Klamm schon sehr früh als Kultstätte diente.
Noch im Jahre 1952 konnte Herbert Kühn in seinem Standardwerk "Die Felsbilder Europas" feststellen: "Der Raum zwischen Skandinavien und Oberitalien ist fundleer".
Die wenigen, schon seit den 30er Jahren bekannten Felsbilder an der "Hexenwand" bei Hallein oder im Bluntautal bei Golling fanden wenig Beachtung. Doch Ende der 50er Jahre wurden auch in den Ostalpen Fundregionen grösseren Ausmasses entdeckt:
1957 in der "Höll" im Warscheneck-Gebiet, dann auf der Reinfalzalm bei Bad Ischl und in der Notgasse in den Ennstaler Alpen. Internationale Experten wie Herbert Kühn, Henri Breuil und Emmanuel Anati besuchten die Fundstellen und bestätigten ihre Bedeutung. 1972 beschrieb Ernst Burgstaller in seinem Buch "Felsbilder in Österreich" bereits 18 Fundstellen.
Gezielte Geländebegehungen führten in den folgenden Jahrzehnten zu zahlreichen weiteren Entdeckungen. Heute sind bereits mehrere hundert Ritzzeichenfelsen mit einem Inventar von einigen tausend Ritzungen bekannt. Die Fundstellen erstrecken sich zwischen Tirol und Niederösterreich, wobei allerdings über 90 Prozent der Felsbilder in den Nördlichen Kalkalpen Salzburgs, Oberösterreichs und der Steiermark zu finden sind.