Hinterglasmalerei
Sonderausstellung in Zusammenarbeit 
mit dem Hinterglasmuseum Sandl

 

Dauer der Ausstellung: Dezember 2004 - März 2005

   
 

Im  Lauf des 17. Jahrhunderts hatte die böhmische Glasindustrie die venezianische überholt. Ihre hohe Qualität machte sie zu einer kostspieligen Ware für Adel und Bürgertum. Die rasch ansteigende Nachfrage bot die Gelegenheit zum Aufbau eines Hausgewerbes. Dabei setzten die "Waldglasleute" die an den Glashütten gewonnenen Fachkenntnisse als Glasschleifer, Glasmaler und Vergolder ein, bemalten Hohlgläser und erzeugten geschliffene Spiegel und Spiegelglasrahmen für Kupferstiche und Pergamentbildchen. Schließlich verzichteten sie auf diese und bemalten das freigebliebene Mittelstück selbst.

In den Notzeiten der Siebzigerjahre des 18. Jahrhunderts zogen junge Maler aus dem nordböhmischen-nbsp; schlesischen Grenzgebiet nach Südböhmen. Sie siedelten sich in Buchers an. Die ersten Buchers-Bilder unterschieden sich kaum von den nordböhmischen Bildern. Mit der Zeit wurden die Schliffe reduziert und die  Schattierungen vereinfacht. Der Spiegelbelag verschwand. In den folgenden Jahrzehnten wurde Sandl zum Zentrum der Hinterglasmalerei. Typisch für Sandl sind die kräftig zinnoberroten Leibstriche und die Verwendung von Orangerot und Gold, als Ornament werden häufig symmetrisch angeordnete Obereckblumen verwendet.  


Mit dem Aufkommen billiger Kunstdrucke und dem Auflassen der letzten Glashütten zeichnete sich das Ende der volkstümlichen Hinterglasmalerei ab. Die Hinterglasmaler sahen sich mit ihren zerbrechlichen und teuren Produkten der Konkurrenz in Form von bunten Kunstdrucken ausgesetzt. 

Die Ausstellung im Barocksaal des Österreichischen Felsbildermuseums gibt einen Überblick über die Geschichte der Hinterglasmalerei und über die verschiedenen Techniken der Herstellung. Hinterglasbilder aus Buchers und Sandl, darunter Spiegelbilder aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts sind zu sehen, die Anfertigung eines Hinterglasbildes ist in einzelnen Arbeitsschritten erklärt.