Reich und faszinierend sind die Felsbildregionen Skandinaviens. Ihre Bedeutung lässt
sich daran ermessen, dass zwei seiner Gebiete von der UNESCO als Welt-Kultur-Erbe
ausgezeichnet wurden und besonderen Schutz genießen: Das Gebiet um Alta in Nord-Norwegen
und Bohuslän an der Südwestküste Schwedens.
Von den steinzeitlichen Rentierjägern des nördlichen Kreises bis zu den Ackerbauern Südschwedens der Bronze- und Eisenzeit: Sie alle hinterließen Zehntausende von "hällristningar", wie man die Felsbilder in Skandinavien nennt.
Zwei große Kulturkreise zeichnen sich ab. Im Norden dominieren die Bilder der polaren Jagdkultur: die rund 6.000 Jahre alten Abbildungen zeigen Menschen auf der Jagd, Rentiere, Fische, Wale, Vögel, Boote und abstrakte Symbole. Die Ackerbaukulturen im Süden Skandinaviens zeigen vor allem Schiffe, Menschen mit erhobenen Kultbeilen oder heiligen Blasinstrumenten (Luren) in dramatischen Szenen, Wagen und Ackerbaugeräte, Fußabdrücke, Tiere und vielfältige geometrische Figuren: Radkreuze, Kreise, Sonnenscheiben und Schalen. Die ältesten davon sind etwa 4.000 Jahre alt.